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Karneval in Olfen seit 1834

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02.2017

Jubiläumsprinzen von 1967

OLFEN. Vor 50 Jahren konnte es passieren, dass man nichts ahnend an der Theke steht und im nächsten Moment war man Prinz in Olfen. So erging es Willi Brathe, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Prinzenjubiläum feiert.

Sein Johann, Ludger Besse, weiß auch noch, wie er zu seinem Posten kam. „Du bist es“, habe Brathe ihm einfach mitgeteilt. Unter dem Motto „Loat’men goahn, in’n ollen Trott“ führten sie 1967 das närrische Regiment. „Wir waren eine Clique, die sich jeden Freitag bei Schulte-Merten traf“, erzählte Besse. Daher sei Kittpräsident Ludwig Merten wohl auf Brathe aufmerksam geworden. Besse: „Der Willi war ja immer sehr gesellig“. Beide vermuten, dass der Kitt junge Leute im Dreigestirn haben wollte. Die Freunde waren damals 23 Jahre alt und sollen damit das jüngste Prinzenduo des Kitt gewesen sein. Funkenmariechen war Margret Holtkamp, die leider schon verstorben ist.

Eifriger Wagenbauer

Willi Brathe war dem Kitt schon vorher als eifriger Wagenbauer bekannt. Seit 1958 baute er an den Karnevalswagen. „Wir haben an unserem eigenen Prinzenwagen sogar mitgebaut“, erzählte Brathe. Hinzu kommt, dass er und Besse auch Kittblättkenverkäufer waren. Noch ein weiteres Mal stand Brathe im Dreigestirn. Als Johann von Prinz Josef VI. Wilms zog er 1973 am Nelkendienstag durch die Straßen von Olfen. Seit 1969 waren er und Heinz Holz, Heinz Ernst und Heinz Becker als Wagenbaumeister für den Bau der Prinzenwagen zuständig. Erst in den vergangenen Jahren übergaben sie ihre Arbeit in jüngere Hände.

Zum goldenen Prinzenjubiläum gratulierten das aktuelle Dreigestirn und auch Kittpräsident Matthias Kortenbusch kam in das Haus Brathe. Er überreichte dem Jubiläumsprinzen eine persönliche Einladung für den Prinzenfrühschoppen. „Ich habe noch keinen Frühschoppen verpasst“, sagte Brathe.

Mit Schnittchen, Schnaps und flotten Sprüchen förderte Ehefrau Gisela Brathe die Stimmung und Geselligkeit an diesem Abend. Interessiert blätterten Prinz Ansgar I. Bünder, Johann Klaus Düllmann und Funkenmariechen Laura Sendermann in alten Kittblättkenausgaben aus den Jahren 1964 bis 1967. Die Aufgaben, Besuche und Feierlichkeiten haben sich kaum verändert, stellte Besse fest. Damals wie heute gebe es „gefürchtete“ Sammelstellen, wo es schon mal etwas länger dauere. „Der Kitt hat sich nicht viel verändert. Die Traditionen werden weiterhin gepflegt, doch lebt der Kitt auch in der Gegenwart“, bemerkte Besse. Prinzregent Jürgen Kötter sagte dazu, dass bis 2006 das Funkenmariechen zu den Terminen nicht mitging. Bei den Besuchen waren ab 2007 auch Frauen dabei. Vorher war es reine Männersache. Es dauert auch eine lange Zeit, bis in die Vorstandsebene Frauen aufgenommen wurden.

20 Kneipen in Olfen

Prinz und Johann von 1967 erinnern sich gerne an ihre Session mit langen Besuchen und Versammlungen. Der Rosenmontagsumzug durch Geschäfte und Kneipen dauerte auch länger: 1967 gab es rund 20 Kneipen in Olfen. Am Nelkendienstag erfolgte der Besuch des Kindergartens im Leohaus, das obligatorische Gruppenfoto wurde auf den Stufen geschossen und dann ging es zum Mittagessen auf den Marktplatz. Die Proklamation und der Prinzenball fanden im alten Kaiserhof statt. Die Stadthalle und das Festzelt gab es damals noch nicht. Antje Pflips

Quelle: Ruhr Nachrichten

Verfasser:

Antje Pflips

2. Pressewartin